Militärforschung
  Dschihadist aus Dortmund in Syrien getötet
 

Dschihadist aus Dortmund in Syrien getötet

 

Gerhard Piper

 

7. September 2017

 

Er nannte sich „Abu Issa al-Almani“ und schloss sich in Syrien dem „Islamischen Staat“ an, aber sein bürgerlicher Name war Christian Lappe und er stammte aus Hamm (Westfalen). Hier wurde er 1987 geboren, zog dann aber irgendwann nach Dortmund. Wie erst jetzt bekannt wurde, soll Christian Lappe bereits am 9. August 2017 bei Kämpfen zwischen dem „Islamischen Staat“ und Truppen des syrischen Assad-Regimes in der Nähe der Stadt al-Suknah umgekommen sein, wie der Online-Blog „Erasmus Monitor“ meldete.

 

In Dortmund besuchte er zunächst die Realschule. Später versuchte er das Abitur zu machen, um danach Psychologie zu studieren. Allerdings brach er die Schule 2015 ab.

 

Im Oktober 2012 konvertierte Christian Lappe zum Islam; als er sich einer komplizierten Bauchoperation unterziehen musste. Zu seinen Beweggründen erklärte er im Nachhinein: „Es wurde klar für mich, dass ich mich dem einzigen Staat, der kompromisslos für Allah zur Erhöhung seines Wortes über alles menschengemachte kämpft, anschließen möchte. Und zwar dem Islamischen Staat."

 

Als Moslem beteiligte sich Lappe an der „Lies!“-Kampagne zur kostenlosen Verteilung von Koranen und besuchte einschlägig bekannte salafistische Moscheen in Dortmund, Dinslaken, Hildesheim und Frankfurt. Im Jahr 2014 lernte er die damals 16-jährige Marokkanerin Yasmina E. M. aus Dortmund kennen, die er später heiratete.

 

Am 8. August 2015 reiste er mit seiner Ehefrau über die Türkei nach Syrien. Er hielt sich in Raqqa, Abu Kamal, Mayadin und al-Suknah auf. Christian Lappe gehörte vermutlich zur „Rijaal al-hisbah“ der autoritären Religionspolizei des „Islamischen Staates“. In Syrien kam er in Kontakt mit solch bekannten Islamisten wie Mohamed Mahmoud und Denis Cuspert.

 

Am 2. September 2016 wurde Christian Lappe einer größeren Öffentlichkeit bekannt, als der „Islamische Staat“ durch seine Agentur „Wilayat al-Furat“ ein Propaganda-Video veröffentlichte. Der Film hieß „Aus der Finsternis ins Licht". In einer Szene ist zu sehen, wie Christian Lappe – vermutlich in der Stadt Abu Kamal - Straftäter auspeitschte und der Bestrafung eines Diebes beiwohnte, dem die IS-Terroristen – nach den Bestimmungen der „Scharia“ - eine Hand abhackten. Am Ende des Films rief er seine Glaubensbrüder in Deutschland auf, als „einsame Wölfe“ Anschläge zu begehen. Dazu wurde in dem Video ein Bild vom Reichstag in Berlin eingeblendet. Daraufhin ermittelte die  Generalstaatsanwaltschaft in Düsseldorf gegen Lappe wegen „Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung“. Die Ehefrau soll sich noch in Syrien aufhalten.

 

 
   
 
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